Vorschau 32. Spieltag: VfB Stuttgart – Erzgebirge Aue

Bild: Bild: Marc Mueller/Bongarts/Getty Images

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Ausgangslage

Ein Kuriosum im Endspurt um den Aufstieg: Dem VfB reichen für die Bundesliga-Rückkehr sicher fünf Punkte – weil dann kein Spiel mehr verloren ginge. Gleichzeitig könnten sechs Punkte zu wenig sein, wenn ausgerechnet in der kommenden Woche in Hannover (aktuell punktgleich, Martin Harnik – ihr wisst schon) eine Niederlage runterfiele. Verrückte 2. Liga. Bei Aue drehen sie gerade zwei Geschichten gleichzeitig: Die Fell-Good-Bromance vom Außenseiter, der erwachsen wird und die Mädels klarmacht – sprich: den Gegnern die Punkte zieht. Und die Geschichte von Germany’s Next Nagelsmann. Die Medien lechzen nach dem nächsten jungen Trainer, der das ganz heiße Teil auf dem Markt ist. Der Vergleich liegt nahe (ähnliche Laufbahn, ähnliches Alter, selber Trainerlehrgang, ähnliche Philosophie). Gerecht wird sie keinem der beiden, sind sie doch eigenständige Personen. Tedesco bekommt dennoch ein Foto, belassen wir es dabei.

Vor Aue hat der VfB Respekt, aber keine Angst. Hannes Wolf: „Ich bin nicht bereit dazu, den Gegner bedingungslos gut zu reden.“ Ein Satz wie ein Feiertag in Zeiten vom dauernden Der-nächste-Gegner-ist-der-schwerste-Mimimi. Um Wolf nicht die Worte im Mund zu verdrehen, er sagt auch: „Ich würde es sowieso unfassbar finden, wenn wir jetzt noch irgendetwas auf die leichte Schulter nehmen.“

Auf dem Platz

Drei mit vier gelben Karten vorbelastete Spieler beim VfB – das gab es bereits vor einer Woche. Jetzt könnte man unken: Verdammte Axt, hätte sich Simon Terodde, Alexandru Maxim oder Benjamin Pavard ihre fünfte nicht gegen Nürnberg fangen können? Weil: Wird sie gegen Aue gezückt (schöne Grüße an Schiedsrichter Gerach), würde der jeweils Betroffene ausgerechnet im vielleicht entscheidenden Spiel in Hannover ausfallen. Hat ein bisschen etwas vom Darmstädter „Holt sie euch vor dem Bayern-Spiel“ in der Bundesliga-Saison 2015/16. Hannes Wolf ist das wurscht: So lange sie nicht meckern oder sonstigen Unsinn treiben, erwartet er Vollgas und sagt angesichts des bis auf Carlos Mané und Jens Grahl voll einsatzfähigen Kaders: „Wir haben eine großartige Bank und können viel Qualität reinbringen.“ Nicht ganz ausgeschlossen, dass Wolf also mit einer leicht veränderten Aufstellung aufwartet. Erster Streichkandidat wäre wohl Takuma Asano, der überspielt zu sein scheint. Eine Chance für Daniel Ginczek?

Neben dem Platz

Definitiv nicht ersetzten wird Asano Berkay Özcan. Der muss oder darf der U19 im Abstiegskampf helfen. Wolf versucht es blumig und spricht von „seinem letzten Jugendspiel“. Abfeiern wird Özcan die Rückstufung dennoch nicht. Der VfB muss aufpassen. Der Ruf von der Talentschmiede bröckelt, weil die besten Nachwuchsleute frühzeitig wechseln – oder aber erst gar niemand mehr nachkommt, dem der Sprung zum Profi zuzutrauen ist. Einer, der den Sprung einst geschafft hat: Serdar Tasci. Und der hätte irgenwie Bock, nochmal beim VfB zu spielen. Verständlich, was willst du auf dem Petersplatz, wenn du auch auf dem Schlossplatz flanieren kannst? Jedenfalls sagte Tasci dem Kicker:  „VfB? Ich könnte mir das gut vorstellen.“

Und ihr so: Sollte der VfB Serdar Tasci zurückholen?

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Ab diesem Wochenende fahren übrigens auch wieder die Autos aus deutscher Herstellung im Kreis a.k.a. DTM. Einer der Hersteller kommt aus Stuttgart und engagiert sich dem Vernehmen nach beim VfB. Zufälligerweise fährt der Kanadier Robert Wickens deshalb mit dem VfB-Mercedes durchs badische Hockenheim.

Und der Gegner so?

Diese Saison erlebte zwei Aues: ante und post Tedesco. 17 ihrer 36 Punkte holten die Sachsen unter dem Ex-VfB-Jugendcoach. Vorgänger Pavel Dotchev hat fast dreimal so viele Spiele (22) benötigt, um auf diese Punktzahl zu kommen. Aus Dotchevs mutigem 4-2-3-1 ist Tedescos sehr viel wirksameres aber nicht eniger mutiges 5-4-1 geworden. Offensiv wird daraus dann ein 3-4-3. Für Beobachter der Bundesliga: Tedescos Taktik hat viel gemeinsam mit dem Power-Pressing von Leipzig oder Leverkusen zu den besseren Zeiten von Roger Schmidt. Auch der Vergleich mit dem Nagelsmannsch’en Fußball rührt nicht nur von der guten Bekanntschaft der beiden Kollegen im Trainerlehrgang. Und plötzlich ist bei Aue vom abkippenden Sechser, tieferer Passzirkulation und breiter erster Dreierkette zu lesen. Mit Abwehrbrecher Steve Breitkreuz (Name = Programm) hat der FCE einen der zweikampfstärksten Spieler der 2. Liga im Kader, mit Pascal Köpke (Name ≠ Programm) und Dimitrij Nazarov an der Spitze eine gut eingespielte und treffsichere Offensive (10 und 9 Tore). Hinter der Mär von der Tretertruppe aus dem Osten steckt übrigens ziemlich wenig: Aue hat die zweitwenigsten Fouls verübt, wurde dafür am vierthäufigsten gefoult. Auch die Passquote von fast 75 Prozent (drittbester Wert) deutet zumindest eher auf feinen Fußball als auf Gebolze hin. Hoffnung für den VfB: Kein Team gewinnt weniger Zweikämpfe als der FCE, dazu fingen sich die Sachsen bereits 48 Gegentore. 

Dauerbrenner Ausgliederung

Keine Überraschung, der Vereinsvorstand will die Ausgliederung unbedingt. Hatten wir hier schon mal. In Sachen Appetizer auf möglichst viel Stimmvolk gibt es für jedes Mitglied, das am 1. Juni kommt, ein Trikot geschenkt. Natürlich bekommt jeder ein Trikot, unabhängig von seinem Abstimmungsverhalten. Aber klar ist auch: Die Mitglieder, die auch ohne Giveaway kommen, drücken den Buzzer wohl eher bei Nein. Was kommt als nächstes: Ein neuer Mercedes für jedes Mitglied, das seine Mitbestimmung wahrnimmt? Präsident Wolfgang Dietrich gibt noch einmal Vollgas im Wahlkampf. Die drei geliehenen Spieler Carlos Mané, Takuma Asano und Josip Brekalo sollen beim VfB bleiben (welcher Fan würde da nicht zustimmen). Dietrich ist sich aber sicher: Ohne Ausgliederung geht das nicht. Stimmt wahrscheinlich sogar.

Zitat der Woche

Ob als Spieler oder in einer anderen Funktion. Ich könnte mir das gut vorstellen.Serdar Tasci, über eine mögliche Zukunft beim VfB

Tweet der Woche

Weiter, immer weiter – was die anderen schreiben

Wie kam das eigentlich, dass der schon abgeschriebene FC Erzgebirge Aue plötzlich wieder alle Karten für den Klassenerhalt in der Hand hat? Einen ausführlichen, aber sehr lesenswerten Rückblick darüber, wie Einserschüler Domenico Tedesco Aue great again gemacht hat, ist in der Zeit erschienen. Ganz ehrlich: Erzgebirge Aue in der Zeit – wie hoch waren die Quoten wohl für ein solches Szenario? Hätte nach dem 4:0 des VfB in der Hinrunde in Sachsen auch niemand gedacht. Weil wir uns jetzt ja gemeinsam an die zweite Liga gewöhnt haben, sei noch der Artikel über die Wahrheit oder Unwahrheit der Klischees im Unterhaus ans Herz zu legen. Obwohl er etwas älter ist UND von einem Podcast aus Hannover stammt. Danke an Niemalsallein, guter Job.

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Vorschau 31. Spieltag: 1. FC Nürnberg – VfB Stuttgart

Bild: Alexander Scheuber/Bongarts/Getty Images

Bild: Alexander Scheuer/Bogarts/Getty Images

Ausgangslage

Für dieses Spiel wurde das Wort vermeintlich geschaffen. Vermeintlich ist der VfB Stuttgart als Tabellenführer nach fünf Spielen ohne Niederlage der klare Favorit. Vermeintlich geht es für den 1. FC Nürnberg (Platz 8) mit sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz in dieser Saison nur noch um den ordentlichen Abschluss. Vermeintlich spricht die starke VfB-Offensive (53 Tore) und die anfällige Nürnberger Defensive (45 Gegentore, dritthöchster Wert der Liga) klar für Stuttgart. Aber lassen wir das. Die Bilanz der Nürnberger liest sich wie ein aufgeregter Herzschlag. Ein kleiner Blick auf die Bilanz der vergangenen 15 Spiele: Sieg, Sieg, Niederlage, Sieg, Unentschieden, Niederlage, Niederlage, Niederlage, Sieg, Niederlage, Sieg, Niederlage, Niederlage, Sieg, Unentschieden. Drei interessante Personalien: Mit den beiden Torhütern Thorsten Kirschbaum und Raphael Schäfer und dem derzeit verletzten Tim Leibold spielen drei Ex-Stuttgarter beim FCN, die auch jüngeren Fans noch in Erinnerung sein dürften. Für den VfB ist indessen klar: Ein Sieg in Nürnberg käme dem Relegationsplatz gleich.

Auf dem Platz

Der VfB hat nicht nur gefühlt seine Formdelle überwunden, gegen Union schrieben die meisten Beobachter ihn schon zurück in die Bundesliga. Erstligareif und erstklassig waren die Worte zum Dienstag. Da bekommen die Fans doch direkt Schnappatmung: VfB-Kicker und Lob vertragen – eine Geschichte voller Missverständnisse. Auf die Bremse treten die Spieler selbst: Nur wir selbst können uns stoppen; müssen weiter Vollgas geben; jedes Spiel ist das schwerste – solche Sachen eben. Auch Hannes Wolf sagte in der Pressekonferenz vor dem Spiel: „Wir müssen das vernünftig einordnen, sonst lassen wir nach.“ Kein Vollgas geben wird Daniel Ginczek. Der sitzt auf dem Klo – könnte aber eventuell zu seinem Ex-Club nach Nürnberg mitfahren. Die Trainingswoche lief laut Wolf eher ruhig, was für eine unveränderte Startaufstellung im Vergleich zum Berlin-Spiel spricht. Übrigens: Mit Alexandru Maxim (schlimm), Benjamin Pavard (bisschen schlimm) und Simon Terodde (ganz schlimm) haben drei Spieler vier gelbe Karten und drohen diese Saison noch einmal auszufallen. Wolf dazu: „Natürlich sollen sie sich wenn möglich eine Karte nicht wegen irgendeinem Quatsch holen, das ist klar. Wenn sie dann ausfallen, ist es eben so. Dann bauen wir ein bisschen um und fangen das auf.“

Neben dem Platz

Großes Lob einmal mehr für die Fans. Aus Gründen. Der Zweitliga-Besucher-Rekord des 1. FC Köln wackelt bedenklich. Gut möglich, dass der VfB die 50.000er-Grenze überschreiten wird. Die 211 Kilometer von Bad Cannstatt nach Nürnberg wollen 15.000 + X Fans aus Stuttgart mitmachen. Was für andere eine Sensation (Grüße nach Hoffenheim und Wolfsburg) oder eine Meldung (Grüße an die meisten anderen Vereine) wäre, ist beim VfB Alltag. Die Auswärtsspiele in Sandhausen, Dresden, München lassen grüßen. Diese Häufigkeit ist dann wiederum eine Sensation. Schlechte Nachrichten gibt es in Sachen Carlos Mané. Der Portugiese muss nun doch operiert werden und fällt mindestens ein halbes Jahr aus. Knorpelschaden im Knie, üble Geschichte. Wenigstens hat er Zeit, Töchterchen Saphira via Instagram zu gratulieren.

Obrigado a todos 🙏👨‍👩‍👧🙏#Saphirabirthay #1

Ein Beitrag geteilt von Carlos Mané 👆GOD☝🇵🇹 DR💍 S👶 (@official_carlosmane) am

Ein Nachspiel hat das Derby gegen den KSC. Nach (nicht-öffentlichen) Beratungen im Landtag will Innenminister Strobl offenbar am 10. Juli zum Fußball-Gipfel einladen. Teilnehmen sollen Vereins- und DFB-Vertreter. Wäre gut, wenn auch Fanvertreter und -forscher dabei wären. Das ist jedoch noch unklar. In Sachen Gerüchten gibt es wenig Neues. Beim VfB wird man für wichtige Personalien den Saisonausgang abwarten müssen. Einzig Ersatztorhüter Benjamin Uphoffs Absprung ist nun fix – er leistet Aufbauhilfe beim KSC.

Und der Gegner so?

Der VfB hat den KSC, der Club hat Fürth – und Würzburg. Entsprechend euphorisiert waren die Nürnberger Fans bei der Reise nach Würzburg im Franken-Duell. Einige Medien hauten hart aufs Parkett und schrieben vorab von der „Furcht vor Randalen“, wie bei der Main-Post geschehen. Rund um einen Fanmarsch gab es schließlich einzelne Ausraster, unter anderem wurden neun Personen festgenommen, offenbar wurden Pyro und Glasflaschen in Richtung Polizei geworfen. Während und nach dem Spiel blieb es friedlich. Wer auf Polizeibilanzen steht, der kann bei Würzburg Erleben gerne mehr dazu lesen, konzentrieren wir uns lieber auf das Sportliche. Da dient das Würzburg-Spiel als Blaupause für die Saison der Nürnberger. Gegen in der Rückrunde unglaublich schwache Würzburger nur einen Punkt zu holen, ausgerechnet im Derby, zeigte vielen: „Schon traurig, aber mehr als biederes Mittelmaß ist der Altmeister derzeit eben nicht.“ So geschrieben in einem an tiefster Tristesse nur schwer zu überbietenden Blogpost von Frank Ordosch.

Versuchen wir es etwas weniger emotional: Michael Köllner hat im März interimistisch von Alois Schwartz übernommen. Damals war der Club im Mittelfeld der Liga, heute steht er immer noch im Mittelfeld, wenn auch einige Plätze weiter oben. Nach einigen taktischen Versuchen ist der eigentliche Chef des Nachwuchsleistungszentrums wieder zurückgekehrt zum Schwartz’schen 4-2-3-1. Aufpassen muss der VfB vor allem auf zwei Nürnberger Stärken: Der Club hat bereits zehn Treffer per Kopf erzielt, eine Gefahr für die anfällige Stuttgarter Defensive. Und dann wäre da noch „Goldjunge“ Cedric Teuchert. Der erst 20-jährige Stürmer weckt Begehrlichkeiten und gilt als Mann der Stunde in Nürnberg – soll aber wohl mindestens noch ein Jahr in Nürnberg spielen. Abseits des Sportlichen denkt man in Nürnberg über eine Umbenennung nach: Kommt das Max-Morlock-Stadion oder nicht? Interessant: Ausgerechnet der Besitzer der Namensrechte hat ein Crowdfunding für die Umbenennung gestartet. Im Kicker (aus Nürnberg!) steht, was für und was gegen die Idee spricht.

Dauerbrenner Ausgliederung

Der VfB macht Druck. Genauer gesagt: Wolfgang Dietrich macht Druck. Sollten die Mitglieder sich erlauben, gegen die Ausgliederung zu stimmen, wäre der VfB am A… Na gut, das ist jetzt leicht paraphrasiert. Genau genommen hat Dietrich bei Sponsor gesagt, man müsse sich bei einem Nein „künftig vielleicht doch eher als Ausbildungsverein aufstellen, der Jahr für Jahr versucht, sich über Wasser zu halten.“ Es ist nicht neu, welche Position die derzeit Verantwortlichen beim Thema Ausgliederung einnehmen. Das wird auch nach außen so kommuniziert. Nur hätte man vorab von einem ergebnisoffenen Entscheidungsprozess sprechen sollen, wenn der Wahlkampf klar in eine Richtung gelenkt wird? An den Aufstieg ist die Ausgliederung übrigens nicht gebunden. Misslingt der, wäre die Ausgliederung laut Dietrich „noch wichtiger“. Da hat er Recht, sonst könnte dem VfB ein ähnliches Schicksal wie dem kommenden Gegner Nürnberg (oder Kaiserslautern, oder 1860, oder Düsseldorf, oder Bochum…) drohen.
Wer auf die Sendung mit der Maus steht, dem sein noch dieses Video empfohlen.

Zitat der Woche

 

Die Entwicklung von Mario Gomez verfolge ich sehr genau – nicht nur, weil ich ihn seit Jahren beim Managerspiel in meiner Mannschaft habe.Simon Terodde, in der 11 Freunde über seine Vorbilder

Tweet der Woche

Weiter, immer weiter – was die anderen schreiben

Auch diesmal etwas zum Thema Ausgliederung. Darüber macht sich bekanntlich nicht nur der VfB Gedanken. Bei Preußen Münster will man so endlich in die 2. Liga aufsteigen. Bei einer Infoveranstaltung fielen Begriffe wie Anschubfinanzierung, Partner, Transparenz. Kommt einem bekannt vor. Zu Gast war: Christoph Schickhardt. Kommt einem bekannt vor. „Geldgeber mit Rendite-Erwartung erwartet der Klub nicht, eher regionale Kaufleute und Unternehmen, die aus Leidenschaft für ‚ihren‘ Verein mithelfen wollen“, schreibt Westline. Kommt einem – zumindest ein bisschen – bekannt vor.

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Vorschau 30. Spieltag: VfB Stuttgart – Union Berlin

Vorschau 30. Spieltag: VfB Stuttgart - FC Union Berlin. Bild: Thomas Starke/Bongarts/Getty Images

Vorschau 30. Spieltag: VfB Stuttgart – FC Union Berlin. Bild: Thomas Starke/Bongarts/Getty Images

Disclaimer: Mit Beginn des Spiels gegen den FC Union Berlin startet das Tragische Dreieck mit einer einheitlichen Spieltagsübersicht zu jedem folgenden Spiel des VfB Stuttgart. Einheitlich bedeutet: Es wird wiederkehrende Rubriken geben, die es vor dem jeweiligen Spiel abzuarbeiten gilt. Am Ende dieses Postings könnt ihr abstimmen, wie euch die Idee gefällt – noch mehr hilft ein Kommentar am Ende mit euren Vorschlägen zur Verbesserung. Und jetzt viel Spaß!


Ausgangslage

Auf und nieder, immer wieder. Die Rückrunde des VfB liest sich wie ein schlechter Schlager. Super-super-super Serie zum Start, schmerzliche Durststrecke danach, nun wieder zwei Siege in Folge. Konstanz sieht anders aus, und eben diese gilt es in den verbleibenden fünf Spielen abzuliefern. Drei Punkte sind es bis zu Union (3.) und Braunschweig (4.), bei ähnlichem Torverhältnis. Das zeigt: Siege gegen Union und in Kürze in Hannover könnten entscheidend sein. Weh tun vor allem die 21 Gegentore, die der VfB in der Hinrunde gefangen hat – gegen Ende der Rückrunde sieht es mit 11 Gegentoren bereits besser aus.

Auf dem Platz

Nach dem Sieg im emo-style gegen Arminia Bielefeld konzentrierte sich rund um den VfB fast alles auf zwei Spieler: Mit Simon Terodde gibt es in Stuttgart gefühlt den ersten Torjäger seit Fritz Walter, tatsächlich aber wohl seit Mario Gomez. Tja, und dann gibt es den rumänischen Phönix, Alexandru Maxim. Der ist spätestens seit seinem 45-Meter-Tor in bester Alex-Alves-Manier (Gott habe ihn selig) gegen die Arminia wieder in aller Munde statt unter Asche verborgen. Vor dem Spiel gegen Union gab es von Hannes Wolf ein „großes Kompliment“ – vor allem für seine Einstellung zuletzt. Hand aufs Herz: Wer hätte gedacht, dass Maxim in dieser Saison noch einmal von Anfang an spielen wird? Gegen Union dürfte das der Fall sein, denn nach muskulären Problemen ist er Ende der Woche wieder ins Trainings eingestiegen. Einzige Frage deshalb: Wird es erneut ein 4-4-1-1 geben, oder folgt eine neuerliche taktische Umstellung zum 4-2-3-1? Rein personell wird sich zu Recht wenig tun.

Neben dem Platz

Erfolg weckt Begehrlichkeiten. Und mit Ende der Saison sprießen die ersten Gerüchte auch in Stuttgart. So hat angeblich der AS Rom laut dem Corriere dello Sport Interesse an Timo Baumgartl als Talent für die Zukunft. Das dürfte ziemlich halbgar sein, soll aber hier mal als erstes Beispiel für den Fluch der guten Tat herhalten. Baumgartl wird nicht der einzige sein, der – Aufstieg hin oder her – für andere Vereine interessant sein wird. Wie und ob es mit Carlos Mané beim VfB weiter gehen wird, steht noch völlig in den Sternen. Gute Nachrichten für die Stuttgarter Fanszene: Zwei große Choreos innerhalb von zwei Wochen auf die Beine zu stellen – Hut ab vor der Cannstatter Kurve, allen voran dem Commando Cannstatt. Gute Nachrichten von der DFL (es kann also nicht um den Spielplan gehen): Der VfB bekommt die Lizenz für die kommende Saison ohne Auflagen. Dazu Finanzvorstand Stefan Heim: „Das zeigt, das wir trotz des Abstiegs gut gewirtschaftet haben.“ Eine Aussage, so blutleer wie wahr.

Und der Gegner so?

Man hatte kurz das Gefühl: Union könnten die Nerven durchgehen – Stichwort: „Scheiße, wir steigen auf.“ Nach einem 2:2 gegen Fortuna Düsseldorf, das der Union-Taktik-Blog Eiserne Ketten als taktisch und spielerisch schwächste Saisonleistung bezeichnete, folgte der Befreiungsschlag gegen den 1. FC Kaiserslautern (3:1). Und so geht es für Union – ungewohnt für diese Jahreszeit, wie uns das Textilvergehen versichert, – plötzlich noch um was. Genauer gesagt um den Aufstieg. Von außen betrachtet hat man den Eindruck: Bei Union passt das Gesamtgefüge der Mannschaft ziemlich gut. Angefangen von Toni Leistner über Felix Kroos hin zu Steven Skrzybski und Sebastian Polter. Das sind nicht nur individuell gute Spieler, sie scheinen vor allem Bock auf Union zu haben.

Dauerbrenner Ausgliederung

Zumindest bis das Thema (vorerst) erneut durch ist, wird es an dieser Stelle immer wieder um die mögliche Ausgliederung einer AG gehen. Dazu ist jedoch auch noch ein ausführlicheres Stück vom Tragischen Dreieck geplant. Entschieden wird in der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 1. Juni. Unter der Woche wurden erste Zahlen bekannt. Demnach würde Daimler mit 41,5 Millionen Euro einsteigen und dafür 11,75 Prozent der Anteile erhalten. Vorausgesetzt, andere Sponsoren würden ähnliche Summen investieren, scheinen derzeit die angepeilten 100 Milionen Euro für 24,9 Prozent also erreichbar. Man darf dennoch fragen: Sind diese 41,5 Millionen Euro denn wirklich so ein großer Vertrauensbeweis von Daimler wie es den Fans alle beteiligten Seiten glauben machen wollen oder ist diese Summe für ein Neuntel der Anteile an einem immerhin namhaften Verein mit großer Fanbasis allenfalls vertretbarer Durchschnitt?

Zitat der Woche

In der ersten Liga ist es jedoch schon ein anderes Spiel. Alles muss noch schneller gehen, aber auf der anderen Seite sind die Tore da genauso groß wie in der zweiten oder in der dritten Liga.Fritz Walter, in den Stuttgarter Nachrichten über Simon Terodde

Tweet der Woche

Weiter, immer weiter – was die anderen schreiben

Nochmal zurück zum Thema Ausgliederung. Hier lohnt ein Blick in die Berliner MorgenpostDort hat Uwe Bremer aufgeschrieben, wie der Standort Berlin für Hertha BSC (sorry, Union) gleichzeitig Standort-Nachteil und -Vorteil für Investoren ist.

Gefällt euch die Idee der Spieltagsvorschau?

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