Leben in der Pseudo-Sicherheit

Geht raus und nehmt die Spielweise an, haben sie gesagt. Ihr dürft euch noch nicht sicher fühlen, haben sie gesagt. Der VfB Stuttgart irrlichtert zwischen den Welten.

Tobi Rathgeb - Einer der letzten mit Herzblut für den VfB? Ausgerechnet ihm droht der Abstieg, Bild: www.vfb-exklusiv.de

Tobi Rathgeb – Einer der letzten mit Herzblut für den VfB? Ausgerechnet ihm droht der Abstieg, Bild: www.vfb-exklusiv.de

Sind wir mal kurz einige Momente ehrlich. So richtig überzeugend ist der Auftritt des VfB Stuttgart in Darmstadt genau drei Minuten gewesen, jene kurz vor Abpfiff der ersten Halbzeit. Dass der „psychologisch wichtige Zeitpunkt“ eine Mär aus grauer Vorzeit ist – der VfB hat’s bewiesen. Die Lilien haben vorgeführt, was möglich ist mit Einsatz, Wille und Leidenschaft. Nein, sie zeigen es bereits die gesamte Saison. Der VfB dagegen weiß nicht mehr richtig, wofür er eigentlich steht: Technischer Fußball zum mit der Zunge schnalzen? Oder Dreck fressen im Abstiegskampf. Das Problem: Der Kader steht für Ersteres, die Spieler fühlen sich selbst wenigstens teilweise zu höheren Weihen berufen. Die Platzierungen der vergangenen Jahre singen allerdings ein anderes Lied.

Nun müsste der Punkt in Darmstadt zunächst einmal kein Grund zur Volkstrauer sein. 33 Punkte ist in Ordnung. Ein Sieg noch und auch diese Spielzeit dürfte gerettet sein. Schweres Restprogramm hin oder her. Irgendwo wird da noch etwas runterfallen. Es geht auch nicht um den Punkt an sich, sondern um dessen Zustandekommen. Denn: Der VfB hätte auch bereits jetzt sicher sein können. Das hätte Zeit gebracht, Dinge auszuprobieren. Die Saison 2016/17 vorzubereiten. Man hätte den Wechsel von Daniel Didavi bekannt geben können, Alexandru Maxim aufbauen. Man hätte Federico Barba frühzeitig die Möglichkeit schenken können, sich an die Mannschaft zu gewöhnen. Dinge ausprobiert hat Jürgen Kramny allerdings auch jetzt schon. Er brachte in der Innenverteidigung Toni Sunjic (wenig überraschend) und Timo Baumgartl (sehr überraschend). Das Nachsehen hatte Florian Klein, der sich ernsthaft überlegen sollte – aus eigenem Interesse – ob er wirklich in Stuttgart bleiben möchte. Bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung kamen weniger als 45 Prozent der Bälle von Sunjic beim Gegenspieler an, im Gegensatz zu Baumgartl wirkte er wie ein Fremdkörper. Mit Ruhm hat sich allerdings keiner der Verteidiger bekleckert, so viel Fairness gegenüber Sunjic soll an dieser Stelle sein.

Fußball vom Planeten Alibi

Und wie lange möchte man sich im Mittelfeld eigentlich noch auf Filip Kostic und Lukas Rupp verlassen? Spätestens seit der Partie gegen Leverkusen lässt Daniel Didavi in betörendem Maße Lustlosigkeit erkennen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Verschwendet er sein Talent weiterhin derartig, lässt die Saison mit dem Gedanken „Bloß nicht verletzten, bloß nicht verletzen, bloß nicht…“ ausklingen, soll er das bitte auf der Tribüne tun. Es kann nicht sein, dass Kostic sprintet, während Didavi trabt. Unterschiedliche Positionen hin, Grundschnelligkeit her. Es geht darum, zu wollen.

Gegen Darmstadt ging der nicht nur von Didavi bräsige Auftritt noch einmal mehr oder weniger gut. Verdient ist der Punkt freilich nicht. Neun Tore sind für VfB-Verhältnisse ein schlechter Witz, auch wenn Darmstadt anständig verteidigte. Gegen Ende der zweiten Halbzeit retteten den VfB wahlweise Pfosten, Latte, Rupp oder ein Hügel im Strafraum. Am Ende musste man sich als Stuttgart-Fan fast schon bei Darmstadt errötet für den Punktverlust entschuldigen. Nun geht es nicht darum, die Lilien als SV Gurke bloßzustellen; sie haben schon gegen andere Mannschaften bewiesen, dass sie es jedem Gegner schwer machen können. Aber: Darmstadt ist verdammt heimschwach, jeder in Stuttgart dürfte die relativ leicht zu durchschauende, wenn auch erfolgreiche Spielweise unter Dirk Schuster gekannt haben. Und mit seiner abwartenden Haltung spielt der VfB der just in die Hände? Geht nicht vernünftig und konsequent genug in die Zweikämpfe? Wer sich zu Höherem berufen fühlt, möge sich doch bitte etwas schlauer anstellen. Ich hätte nichts dagegen, wenn Kramny dem ein oder anderen gegen die Bayern am kommenden Woche mal „etwas Ruhe“ gönnen würde. So wie er Timo Werner bereits den symbolisch erhobenen Finger zeigte und statt ihm mit Artem Kravets spielte. Der seine Sache übrigens nicht schlecht machte, ganz anders als Werner zuletzt vor allem Läuferisch überzeugte. 

Die Mär von der Tradition, oder: Jäger der verlorenen Leistung

Kramnys Aussage auf der Pressekonferenz nach dem Spiel, man sei am Ende mit dem Punkt zufrieden gewesen, darf nur gelten, weil Darmstadt das Spiel unter normalen Voraussetzungen hätte gewinnen müssen. Ich erwarte vom VfB, dass er diese Saison nicht nur irgendwie ausklingen lässt. Wer sich großspurig als Teil des „Team Martkwerts“ sieht, das die Bundesliga erst zu dem machte, was sie heute ist, der soll das auch auf dem Platz zeigen. Sonst gibt er sich zurecht dem Hohn und Spott der sportlich besseren Konkurrenz preis. Als Verein der von einer Vergangenheit zu leben meint, die eben jenes ist: vergangen. Konzentration auf das Wesentliche – dem VfB täte es aktuell besser als jegliches Marketing-Getöse. Im Moment riecht das alles so sehr nach schnoddrigem „Weiter so“, aber das Siegen wird dem VfB sicher auch nächste Saison nicht vom Himmel in den Schoß fallen. Eine Gier danach, unbedingt mal einen rauszuhauen und gar keinen Zweifel daran aufkommen zu lassen, wohin die drei Punkte hinwandern: Sie unterscheidet Stuttgart nicht nur von den „Mia san mia“-Bayern, sondern mittlerweile von mindestens sechs, sieben weiteren Mannschaften der Bundesliga.
 

Und ganz nebenbei verabschiedet sich die U23 des VfB Stuttgart mit großer Wahrscheinlichkeit aus der 3. Liga. Gegen die Kickers. Dass ausgerechnet der personifizierte, der tätowierte Brustring Tobi Rathgeb womöglich den Abstieg erleben muss: Zum Heulen! Ein Samstag wie im Herbst.

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Schwäbische Appetitlosigkeit

In wenigen Stunden ist Baden-Württemberg schlauer und hat eine neue (oder alte) Regierung. So schwer wie das Ergebnis der Landtagswahl in diesem Jahr ist aktuell nur der VfB Stuttgart einzuschätzen. Mangelt es an der absoluten Gier?

Auf und nieder, immer wieder. Jetzt auch in der Binnen-Spiel-Version. Bild: www.vfb-exklusiv.de

Auf und nieder, immer wieder. Jetzt auch in der Binnen-Spiel-Version. Bild: www.vfb-exklusiv.de

Wenn alles gut läuft im Leben, dann kann man sich irgendwann auf seinem Schaukelstuhl zurücklehnen, den Whiskey schwenken, auf die Enkel blicken und der Sonne entgegen grinsen: Lief ganz gut soweit. So mit 70 plus kann man sich Selbstzufriedenheit durchaus einmal gönnen. Als Profisportler im Saft der Karriere ist es eine unangebrachte Eigenschaft. Im Gespräch beim Podcast Rund um den Brustring sprach Philipp (@el_pibe12) kürzlich von der mangelnden Gier des VfB, dem absoluten Biss, noch etwas reißen zu wollen. In gewisser Weise liege das in der schwäbischen Mentalität begründet, sagte Philipp. Das brachte mich ins Grübeln. Auch weil ich die Podcast-Folge erst nach dem Spiel gegen Hoffenheim sah. Ich dachte mir etwas süffisant: Ätsch, Philipp.

„Sei mit dir nie zufrieden, außer etwa episodisch, so dass deine Zufriedenheit nur dazu dient, dich zu neuer Unzufriedenheit zu stärken.“ (Christian Morgenstern)

Nun sollte ich den Kollegen inzwischen gut genug kennen, um zu wissen: Er weiß in der Regel, wovon er spricht – wenigstens, wenn es um den VfB geht. Es war irgendwann Mitte der ersten Halbzeit gegen Ingolstadt am Samstag, als ich mir dachte: Das ist sie, jene Gier, die dem VfB abgeht. Die zu früh einkehrende Selbstzufriedenheit. Selten habe ich gesehen, wie sich eine Mannschaft derart selbst hypnotisiert nach einem schnellen Ausgleich. Dachten die Spieler etwa: Ach kommt, gerade Hoffenheim überrannt – was soll und schon Ingolstadt anhaben? Auch das Hintergrundrauschen im Laufe der Woche gefiel mir schon nicht. Das war ziemliches Easy Listening. Dabei wäre der VfB gut beraten, die nötigen Punkte zum Klassenerhalt zu sammeln, so rasch es geht. Das letzte Saisonviertel ist für Stuttgart ein reichlich ekliges. Klar, gegen Ingolstadt sahen schon andere Mannschaften schlecht aus, in dieser Saison. Man frage mal bei Mainz nach. Ja, die Defensive ist mehr als beachtlich. Aber wenn der VfB in Ingolstadt schießt, dann darf es nicht sein, dass die schlechteste Offensive (0,8 Tore pro Spiel) da einen Punkt mitnehmen. Entsprechend wenig kann ich nach dem Spiel mit Überschriften wie „VfB erkämpft sich in Ingolstadt noch einen Punkt“ anfangen.

Abwehr zum Davonlaufen

Genau genommen hätte es jene Aufholjagd, über die natürlich auch ich froh war, gar nicht mehr gebraucht bei etwas mehr Konzentration aufs Wesentliche. Christian Gentner scheint in seiner Form wieder stark abzufallen. Gegen Ingolstadt sah man ihn im Prinzip außer bei seinem Fehlpass zum 0:1 nicht. Fast zehn seiner kurzen Zuspiele kommen pro Spiel nicht an. Das ist zu viel. Auch wenn ich ihm zugute halten möchte: Er spielt sehr viele Pässe. Gegen Ingolstadt mag die Leistung auch daran gelegen haben, dass er angeschlagen ins Spiel ging. Aber dann hätte er vielleicht auch einfach mal pausieren müssen. Kapitän und wichtiger Charakterkopf hin oder her – sofern das überhaupt im positiven Sinne zu verstehen ist. Daniel Schwaab – der wohl bessere von drei schwachen aufgebotenen Verteidigern – kam auf 47 % Fehlpässe. Tja nun. Überhaupt war die Passquote der gesamten Mannschaft einmal mehr zum aus der Haut fahren. Sie lag bei 63 %, das ist unterirdisch. Gut sind zwischen 75 und 80 %.

Um noch einmal auf die mangelnde Gier zurückzukommen: Es schlich sich wieder jeder Schlendrian ein, der eigentlich beiseite gelegt schien. Keiner mag so richtig den extra Weg gehen. Lukas Rupp vielleicht einmal ausgenommen, der läuft immer wie ein Blöder. Auch im Zweikampfverhalten in der Abwehr fehlte es eindeutig am Biss – gelinde gesagt. Was Georg Niedermeier nach seiner Euphorie-Partie gegen Hoffenheim anbot, ist mir unverständlich. Ist auch er ob des bald eintrudelnden neuen Vertrags bereits wieder wohl genährt? Sieben gewonnenen Zweikämpfe und 20 Ballkontakte? Das kann nicht sein ernst sein. Über Toni Sunjic sollte man vielleicht besser keine Worte verlieren. Nur so viel: Er hat sich nachhaltig dafür empfohlen, eine sehr kurze Zwischenlösung für die Innenverteidigung gewesen zu sein.

Tingel-Tangel VfB

Und noch ein Wort zur vermeintlich „ekligen“ bis „unfairen“ Ingolstädter Mannschaft: Besagte Foulstatistik fiel 22:15 aus. Aus Sicht des VfB. Sorry an den Supporter. Nun habe ich etwas getan, was ich generell eher ungern mache: Einzelne Spieler herausgehoben und vielleicht auch bloßgestellt. Das mag fragwürdig sein. Bruddel-Modus auf an gestellt. Ich tue es aber lieber jetzt, als mir im Mai wieder die Fingernägel abkauen zu müssen. So wie ich Niedermeier vergangene Woche euphorisch gen Himmel hob, so erlaube ich es mir jetzt auch kritisch zu sein. Das ist Fußball, darum bin ich Fan. Der VfB steht bei einem Sieg aus den letzten fünf Spielen. Das ist noch nicht bedenklich. Aber wenn man das Zwischenhoch hochgejazzt hat, dann darf man jetzt auch ertragen, wenn es heißt: Wehret den Anfängen. So kann Stuttgart vorerst froh über die Ergebnisse der meisten anderen Mannschaften sein. Acht Punkte bis auf den Relegationsplatz sind noch komfortabel. Noch. Ich bin mir sicher, dass das ein oder andere interne Wort fallen wird. Jürgen Kramny kann mangelnde Leidenschaft ungefähr so gut leiden wie eine Wurzelbehandlung. Wenn diese nur zehn Minuten in der ersten Halbzeit und 15 Minuten in der zweiten an den tag gelegt wird, dann langt das eben nicht in der Bundesliga. Kramny wird einmal mehr „Dinge ansprechen“. Und nächste Woche gegen Leverkusen packen sie dann eben wieder fünf aus. Logisch, oder? Der VfB Stuttgart ist ungefähr so gut auszurechnen, wie der Wahlausgang in Baden-Württemberg 2016. Ländle-Style, eben.

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Der heilige Sankt Georg

Der VfB Stuttgart ist in der Rückrunde so schwer einzuschätzen, wie die Standfestigkeit eines chinesischen Regals. Auf zwei Rückschläge folgt der höchste Saisonsieg. Sinnbild für den VfB 2015/16: Georg Niedermeier.

Höher gewann der VfB zuletzt 2013. Gegen Hoffenheim, 6:2. Bilder: www.vfb-bilder.de

Höher gewann der VfB zuletzt 2013. Gegen Hoffenheim, 6:2. Bilder: www.vfb-bilder.de

Am 23. April spielt der VfB Stuttgart dieses Jahr möglicherweise gegen Borussia Dortmund. Es ist der 31. Spieltag, der Tag des Heiligen Sankt Georgs. Ist er nicht zufällig gesperrt oder verletzt, wird Namensvetter Niedermeier auch dann in der Startelf stehen. Am Samstag war er maßgeblich daran beteiligt, dass der VfB sein wohl bestes Saisonspiel abgeliefert hat. Nicht nur wegen seiner beiden Tore, sondern auch wegen einer Passgenauigkeit von über 85 Prozent. Wenn man zurecht auf Niedermeier draufgeschlagen hat in der Vergangenheit, dann ist es nun ebenso zurecht Zeit, Abbitte zu leisten. Natürlich könnte man auch Filip Kostic zum x-ten Mal für seine 16 Flanken, seine erfolgreiche Dribblings oder seine sechs Schlüsselpässe hervorheben – doch bei ihm legen das die Erwartungen inzwischen nahezu als den Normalzustand zugrunde. Drachentöter Schorsch überrascht dagegen. Kein Spieler steht derart für Krise und Aufschwung wie er. Nicht ausgeschlossen, dass er mit einem neuen Vertrag ausgestattet wird und ja: er hätte ihn sich unter gewissen Anpassungen bei den Konditionen verdient.

Zwei Siege bis zum Klassenerhalt

Nun hat der VfB tatsächlich nach 25 Spieltagen 31 Punkte, das war das letzte Mal vor vier Jahren der Fall – die vergangenen beiden Jahre musste man zu diesem Zeitpunkt bis zu den magischen 30 noch um die 10 Punkte aufholen. Ein Blick in die Glaskugel reicht: Zwei bis drei Siege in neun Spielen dürften reichen, um den Klassenerhalt klar zu machen. Das ist der eigentliche Grund zum Feiern. Und nicht etwa der durchaus – in Art und Weise und Höhe – überraschende Sieg gegen Hoffenheim.

Wie gut tut es doch, sich die Zusammenfassungen und Analysen anzuschauen und in der Kategorie „unter ferner liefen“ abgehandelt zu werden? Geboten bekommt man beim VfB eh was – 89 Tore fielen insgesamt bei Stuttgarter Beteiligung. Jürgen Kramny hat sich vor dem Spiel etwas getraut. Brachte Artem Kravets für Timo Werner. Mit ähnlichem Ergebnis. Kravets versuchte viel, setzte zum Beispiel zu den meisten Sprints aller Spieler an, blieb allerdings glücklos. Den Rang hat er Werner wohl nicht abgelaufen. Überhaupt zeigt ein Blick auf die Statistik: Trotz des 5:1 gibt es für Kramny einiges aufzuholen. Nach wie vor hapert es an der Passgenauigkeit, geht jeder vierte Ball an den Gegner. Wäre Hoffenheim gestern nicht derart unterirdisch aufgetreten, hätte das Auswirkungen haben können. Fast schon kurios: Der Ballbesitz von 40 zu 60 Prozent. Das interessiert zum Glück nicht erst seit Christoph Daum im modernen Fußball nur noch viel, wenn der Trainer Guardiola heißt.

Man darf jetzt tatsächlich einmal wagen und voraussehen: Diese Saison wird der VfB mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben. Der Relegationsplatz ist gemütliche sieben Punkte entfernt und es sind genügend Mannschaften hinter den Stuttgartern, denen nicht zuzutrauen ist, zu einer Aufholjagd anzusetzen.

Ein wenig Romantik - wenn nicht jetzt, wann dann?

Ein wenig Romantik – wenn nicht jetzt, wann dann?

Zeit für Träumereien?

Und dennoch wäre ich dankbar, wenn die Spiele gegen Hannover und Mönchengladbach eine Lehre wären. Bitte, bitte nicht wieder über internationale Träume zu sprechen. Zu was das führen kann, haben diese beiden Auftritte bewiesen. Die Spieler haben vor allem nach Gladbach verbal zurecht auf die Fresse bekommen. Und sie haben reagiert. Man hat das gemerkt. Nicht nur, weil Niedermeier im Interview fast aufreizend betont hat, dass die Kritik motiviert habe. Auch ein Wink in Richtung vermeintlich fehlendem Charakter? Kramny kündigte vor dem Hoffenheim-Spiel an: Man muss jetzt zwei Tage nachdenken, was man falsch gemacht habe. Nach einem 0:4 ein 5:1 nachzulegen, keine 72 Stunden später – das ist eine Marke. Chapeau. Der VfB 2015/16 – zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Und wenn das am Ende auf Platz 10 hinausläuft, dann dürfen wir alle sagen: Mensch, hat Spaß gemacht.

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