25. Spieltag: Quo Vadis VfB Stuttgart

Foto: www.vfb-bilder.de

Gute Fans sind wie schlechte Politiker: Sie halten ihr Fähnchen in den Wind. Volksvertreter sind immer dann peinlich, wenn sie dem Mann auf der Straße nach dem Maul reden. Fans sind immer dann sympathisch, wenn sie dann poltern, wenn es zu poltern gilt; wenn sie dann jubeln, wenn es zu jubeln gilt.

Auch auf die Gefahr hin, dass es dafür Schelte gibt: Man sollte nicht über den einen Fehlpass zetern, wenn der Verein des Herzens gerade Sieg auf Sieg folgen lässt. Bruddeln des Bruddelns willen ist albern. Den Finger auch im Erfolg in die Wunde zu legen ist Aufgabe des Trainerteams. Genauso wenig sollte man, wenn augenscheinlich etwas falsch läuft im Club, die Alles-Wird-Gut-Brille aufsetzen und jede gelungene Aktion wie eine Meisterschaft abfeiern.
Womit wir beim VfB Stuttgart nach dem Spiel bei Greuther Fürth wären. Wo steht er denn, der VfB? Ist es schon wieder angebracht zu meckern, oder muss man noch froh sein über den ersten Tabellenplatz? Gemäß der eingangs genannten Fähnchen-Theorie sollte man derzeit wieder kritisch auf den Verein blicken. Ja, die Siegesserie zu Beginn der Rückrunde war ebenso stark wie unerwartet – und damit feierwürdig. Genauso enttäuschend wie unerwartet verliefen die vergangenen drei Spiele. Das Fähnchen dreht sich.

Erinnerungen an die Abstiegssaison

Bei unterirdischen äußeren Verhältnissen und in Unterzahl darf man den Punkt aus Braunschweig noch ausklammern. Ein Punkt gegen Bochum und Fürth ist dagegen – dieses Selbstbewusstsein muss man inzwischen beim VfB haben – peinlich. Es mag arrogant klingen, doch diese Offensive muss gegen Abwehrreihen eines sogenannten normalen Zweitligisten mehr als zwei Tore aus drei Spielen erzielen. Dass in der Defensive bei nächster Gelegenheit noch nachgebessert werden muss, steht außer Frage. Dennoch: Der Kader ist auf den Einzelpositionen jedem anderen Zweitligisten derart überlegen, dass es keine Rolle spielen darf, ob da jetzt eine Dreier- oder eine Viererkette aufläuft; ob Hannes Wolf mit einer Doppelsechs spielen lässt, ob er Daniel Ginczek als hängende Spitze aufstellt.

Wie geht es für den VfB Stuttgart nach der Pause weiter?

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Fällt dem VfB also wieder einmal auf die Füße, dass er allzu früh bejubelt wurde? Übrigens nicht von den Fans – sondern vor allem von Journalisten. Egal woher der Kollege kommt: Mit erstaunlich wenig Neutralität ist lange nur gefragt worden, wer denn HINTER dem VfB aufsteigt. Zieht man die Dramatik ab, werden Parallelen zur Abstiegssaison offenbar. Manche mögen sich schmerzlich erinnern, wie man Hoffenheim aus dem Neckarstadion fidelte und quasi schon im Europapokal war. Das Ende ist bekannt. Man hatte eigentlich gehofft, dass die Spieler des VfB langsam ihrer Bräsigkeit im Erfolgsmoment, ihrer frühen Selbstzufriedenheit entwachsen sind. Jetzt haben sie drei Spiele das Gegenteil bewiesen und es wird an Wolf und Jan Schindelmeiser sein, sie ganz schnell zu erden. Zuzutrauen ist es beiden.

Im besten Fall drehen die Fans nach der Länderspielpause und einer darauf folgenden neuen Serie Mitte nächsten Monats ihr Fähnchen wieder um 180 Grad. Im schlimmsten Fall steht der VfB dann auf dem vierten Rang, landet am Ende noch auf dem Relegationsplatz und scheitert dann gegen Ham… Aber lassen wir das: Fähnchen sind zum Flattern da.

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One thought on “25. Spieltag: Quo Vadis VfB Stuttgart

  1. So ein Unsinn, waren es nicht die Medien, die den VfB erst in Liga eins und nun von einer Krise schrieben? Union hat nen Lauf, muss aber noch zu allen Top-Tesms, Hannover spielt unterirdisch, gewinnt aber seine Spieke noch und Braunschweig hat derzeit das Hlück, siehe Düsseldorf und Heidenheim, wo es sechs statt einem Punkt war. Fazit: H96 und VfB steigen direkt auf und Union haut den HSV in der Relegation weg

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