Der falsche Doktor Best?

Earl James Best ist eine Legende, auch wenn er bereits seit 13 Jahren tot ist. Dem VfB Stuttgart wünscht man einen Best mit ähnlichem Profil.

Nun also auch noch Lukas Rupp. Vor dem Spiel im DFB-Pokal gegen den FC Carl Zeiss Jena gehen dem VfB Stuttgart die Spieler aus. Kurz währte die Freude der Fans am Dienstagmorgen angesichts jener Nachricht:

Top! Erste Einheit mit Ball auf dem Trainingsplatz: Welcome back, Filip! #Kostic #VfB #workhard pic.twitter.com/MBUfuxaEL6

— VfB Stuttgart (@VfB) October 27, 2015

Schon am Mittag meldete die medizinische Abteilung den nächsten Ausfall: Luka Rupp hat sich die Hand gebrochen. OP. Verletzt bis mindestens nächster Woche. Nun könnte man sich einerseits wünschen, Rupp wäre Arthur Abraham. Der hat mal eben mit gebrochener Hand (gut, es war der Finger) einen Boxkampf gewonnen.
Man könnte sich allerdings auch fragen, was da eigentlich los ist mit der medizinischen Abteilung beim VfB. 

Ein Königreich für einen ZM. Oder für eine Med-Abteilung. #VfB

— Big Boss (@Paddypolidis) October 27, 2015

Dr. Raymond Best ist auf seinem Fachgebiet, der Orthopädie und Chirurgie der unteren Extremitäten, ziemlich anerkannt. Neben seiner Tätigkeit beim VfB seiz 2006 schraubt er noch an Patienten in der schicken Sportklinik Stuttgart herum. Und man sollte vorsichtig sein, den Chef-Medicus eines Vereins vorschnell abzuurteilen. Das dürfen nur Pep oder The Special One. Aber angesichts dieser Liste, muss man schon mal seine Locken kratzen:

Daniel Ginczek
Mitch Langerak
Robbie Kruse
Christian Gentner
Filip Kostic
Geoffroy Serey Dié

Lukas Rupp kann man getrost ausklammern, Best kann mit Sicherheit nichts dazu, dass er sich im Spiel die Hand bricht. Außer er hätte eine derart hübsche Assistentin, dass Rupp absichtlich sein Handgelenk zetrümmert. Wobei: Das macht nur Mario Gomez. 
Auffällig ist jedenfalls, dass sich zuletzt die Muskelverletzungen gehäuft haben. Könnte an zu hoher Belastung im Training liegen – frei von fundiertem medizinischem Wissen geunkt. Oder aber an falschen orthopädischen Vorsichtsmaßnahmen. 

Haben sich die Schwaben einen Bären aufbinden lassen, als sie anno 2006 einen Dr. Best angekündigt bekamen? Dachten sie an jenen Earl James Best – ja, den gab es tatsächlich – der in erfolgreichen TV-Spots munter Zahnbürsten auf Tomaten presste? Obwohl der damals bereits vier Jahre tot war, mit 78 Jahren verstorben.
Zorni dürfte jedenfalls im Viereck herumgesprungen sein, ob der neuerlichen Hiobsbotschaft. Wen soll er gegen Jena eigentlich noch aufstellen in der Mittelfeldzentrale? Offenbar wird nicht einmal mehr an Carlos Gruezo vorbeizukommen sein. Dem jungen Mann also, den er – nun ja – eher weniger schätzt.
Man kann das ganze pragmatisch sehen:

Dann lasst mal Max Besuschkow oder Mart Ristl ran! #VfB

— supermxy (@supermxy) October 27, 2015

Oder noch pragmatischer:

Startelf gegen Jena: Rathgeb – Rathgeb, Rathgeb,Rathgeb,Rathgeb – Rathgeb,Rathgeb,Rathgeb, Rathgeb – Rathgeb, Rathgeb #VfB #FCZVfB

— Philipp Maisel (@el_pibe12) October 27, 2015

Die Meinungen gehen also in zwei Richtungen: Entweder zack-bumm-peng, auf den Jugendwahn gesetzt (Ari Ferati könnte doch auch noch…). Oder auf die halb-morschen Knochen der ewigen VfB-Legenden gesetzt. An Raymond Best wird man fürs Erste festhalten. Alle lieben eben Raymond. Immerhin hat er noch keinem Sebastião Pereira do Nascimento aka Didi den Segen gegeben. Den hatte Thomas Horstmann, Professor aus Tübingen, verbrochen. Als die beiden VfB-Mediziner Edgar Stumpf, Gott habe ihn selig, und Thomas Frölich sich 99 das Knie anschauten – ach, ihr wisst schon…
Und im Moment ist es ja bereits Zeugnis genug beim VfB, nicht die aller-haarsträubendsten Fehler zu begehen. 

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