Keine Wahl – keine Qual?

Die Mitglieder des VfB Stuttgart haben am 8. Oktober die einmalige Möglichkeit, nicht wählen zu müssen. Dass der Aufsichtsrat ihnen diese Last abnimmt, findet jedoch nicht jeder gut.

Es brennt unterm VfB-Dach: Wolfgang Dietrich trifft als Präsidentschaftskader nicht nur auf Gegenliebe. Bild: www.vfb-bilder.de

Es brennt unterm VfB-Dach: Wolfgang Dietrich trifft als Präsidentschaftskader nicht nur auf Gegenliebe. Bild: www.vfb-bilder.de

„Krönung durch Mitglieder im November.“ Was habe ich mich amüsiert, als die Deutsche Presseagentur so titelte am 8. August. Es ging um die Wahl von Uli Hoeneß zum neuen alten Präsidenten des FC Bayern. Eine Wahl, die keine ist. Das Lachen hätte mir im Halse stecken bleiben sollen. Ich hätte nachdenken sollen, wenigstens vorbereitet sein. Nur eine Woche später taucht auf der Homepage des VfB Stuttgart eine neue Meldung auf. Wolfgang Dietrich stelle sich zur Wahl, lese ich da. Vielleicht habe ich ja nur ein seltsames Verständnis vom Begriff des Wählens. Aber setzt er nicht immer Voraus, dass ich mir etwas aussuchen kann oder muss? Oder jemanden? Der VfB steht den von mir eine Woche früher belächelten Bayern in nichts nach. Er ist ja bekanntlich auch der FC Bayern der 2. LIga.

Das Ende der Ära Bernd Wahler und die Neuwahl eines Präsidenten am 9. Oktober hätten eine Chance sein können. Eine Chance für den Aufsichtsrat, ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen an die Fans: Wir haben verstanden. Euch gefällt es nicht, wenn wir euch jedes Mal genau einen Kandidaten als Präsidenten präsentieren, den ihr dann bitte einfach abnickt. Nächster Punkt in der Tagesordnung. Kittel geflickt, wie man in Schwaben so schön sagt. Dietrich erfülle – so die Mitteilung des VfB – alle erforderlichen Anforderungen. Mit anderen Worten: Er kennt den Profifußball, ist auf diesem Feld gut vernetzt, besitzt Wirtschaftskompetenz und Führungsqualitäten und – Achtung, ganz wichtig jetzt – bekennt sich klar zum VfB.

Hauptsache Ehrenamt

Auf seiner Homepage schreibt das Commando Cannstatt, immerhin gewichtigstes Sprachrohr der Stuttgarter Fanszene, dazu: „Die Möglichkeit einen zweiten Kandidaten ins Rennen zu schicken, wird mit der Begründung vom Tisch gewischt, Wolfgang Dietrich sei der optimale Kandidat. Diese Aussage wollen wir mit Nachdruck anzweifeln.“ Im Pokalspiel in Homburg am Samstag zeigten sie ein Spruchband mit der Aufschrift: „Echter Neuanfang statt Spaltung“ sowie das Profil von Wolfang Dietrich, auf dem „Spalter“ zu lesen war. Zwei Dinge stoßen dem Commando Cannstatt auf – und nicht nur den dort vernetzten Fans: Erstens seine Rolle beim Bahnprojekt Stuttgart 21 und zweitens das „undurchsichtige Firmengebilde hinter Herrn Dietrich“.

Die Vereinssatzung des VfB ermöglicht die Nominierung eines zweiten Kandidaten ausdrücklich. Der Aufsichtsrat habe sich gegen diese Möglichkeit entschieden, weil bei anderen Kandidaten, mit denen er sich beschäftigte „keine Bereitschaft für eine ehrenamtliche Tätigkeit vorlag“ oder aber mindestens eine der oben genannten Anforderungen fehlte. Ehrenamtliche Tätigkeit, das muss es also sein. Spätestens bei diesem Argument musste der Aufsichtsrat denken: Wenn das beim sparsamen Schwaben nicht zieht, was sollen wir ihnen denn dann noch bieten? Da schafft einer umsonst. Für unseren VfB.

Viereinhalb Jahre war Dietrich Sprecher des umstrittenen Projekts am Stuttgarter Hauptbahnhof. Das disqualifiziert ihn natürlich nicht für die Position des Vereinspräsidenten. Warum sollte es? Man kann zu Stuttgart 21 stehen, wie man will. Für das Wohl und Wehe des VfB spielt die Frage nach Kopf- oder Durchgangsbahnhof eine eher untergeordnete Rolle. Die Frage muss lauten: Verträgt es der Club, einen Mann an seiner repräsentativen Spitze zu haben, der zu polarisieren weiß? Gegen einen streitbaren Kopf ist nichts einzuwenden, war Bernd Wahler doch in Zeiten der schlimmsten Krise des Vereins erstaunlich blass geblieben. Das vom Commando Cannstatt erwähnte undurchsichtige Firmengebilde zielt wohl auf die Firma Quattrex ab, deren Vorsitzender und Hauptaktionär er war. Quattrex war unter anderem als Investor der Stuttgarter Kickers aktiv, rettete den Verein mit einer Einlage offenbar vor der Insolvenz. Ein Engagement bei den Blauen? Für VfB-Fans ist das allein schon ein Grund für mittelschwere Bauchschmerzen.

Herr Altenativlos

Mir persönlich liegt Konkurrenzdenken, gar Hass gegenüber dem kleinen Stuttgarter Verein aus Degerloch fern. Wahrscheinlich, weil ich sie nie auf Augenhöhe mit den Roten erlebte. Sie sind für mich eher der kleine Bruder, der es halt doch nie so richtig gepackt hat im Leben, den man aber trotzdem liebhaben kann. Insofern disqualifiziert Dietrich auch diese berufliche Vergangenheit (er hat sich vor sechs Jahren von Quattrex zurückgezogen) nicht. Auf der anderen Seite hebe ich Dietrich sicher nicht in den Himmel der Herzen, nur weil er ehrenamtlich als Präsident arbeiten möchte oder soll. Er hat vermutlich schlicht finanziell ausgesorgt, die zusätzlichen Kontakte über den VfB werden ihm – sollte er einstmals wieder als Präsident aufhören – allerdings auch nicht schaden. Ergo: Es liegt mir fern, Wolfgang Dietrich zu bewerten. Positiv wie negativ. Weil ich ihn nicht kenne und mich über zweite und dritte Quellen über ihn informieren muss.

Und da liegt das Problem, die Hürde, an der sich viele VfB-Fans stoßen: Sie hätten sich zumindest einen zweiten Kandidaten gewünscht, mit dem sie sich irgendwie verbunden fühlen. Einen fürs Herz. Typ: Opa mit Wohlstandsbauch, der eigentlich lieber mit dem Enkel in der Kurve sitzen würde und danach ein bis zwei Bier trinkt und den Rostbraten genießt. Das mag die Denke von vorvorgestern sein, aber so sind wir Fußballfans eben. Dass der Präsident eines Fußballvereins heute eher eiskalt kalkulierender Technokrat mit BWL-Studium als einfacher Fan sein muss, geht uns nicht so leicht in den Kopf. Vielleicht wagt der Aufsichtsrat deshalb keinen Alternativkandidaten. Er muss überzeugt sein: Wolfgang oder nix. Alternativlos. Das kennt man ja noch beim VfB – und wer quält sich schon gerne mit einer Wahl?

Als ob es nichts wichtigeres gäbe

Nach dem ersten Saisonspiel des VfB Stuttgart gegen den FC St. Pauli spricht die ganze Stadt nur über einen Mann. Dabei gäbe es wichtigeres zu bereden.

Will er weg, will er bleiben, soll er gehen? Vom Bankdrücker zum Mann des Tages: Alexandru Maxim. Bild: www.vfb-exklusiv.de

Will er weg, will er bleiben, soll er gehen? Vom Bankdrücker zum Mann des Tages: Alexandru Maxim. Bild: www.vfb-exklusiv.de

Was ist eigentlich angegrauter? Die Diskussion um Alexandru Maxim beim VfB Stuttgart oder die Häupter der Mitglieder im Ehrenrat? Natürlich wurde Jos Luhukay auf der Pressekonferenz nach dem Saisonauftakt gegen den FC St. Pauli die eine, die unausweichliche Frage gestellt. Warum denn „der Alex“ nicht von Beginn an gespielt habe. Luhukay sagte zwei einfache, klare Sätze, der Schnäuzer zuckte nicht einmal: „Ich stelle so auf, wie es für die Mannschaft richtig und wichtig ist. Wer mich kennt, wei, dass es nicht nach Status geht.“ Kurze Stille im Presseraum. Luhukay schiebt nach: „Am Ende setzt sich Qualität immer durch.“ Wieder Pause. Ist das schon gespenstisch? Luhukay setzt zum Finishing Move an: „So wird das hoffentlich auch bei Alex sein.“ Zack, fertig. Ende der Diskussion. Eigentlich.

Doch in Stuttgart weiß man es offenbar besser: Der niederländische Trainer habe „ein Problem mit seinem Star“. Die beiden lägen offensichtlich nicht auf einer Wellenlinie. Soso. Davon abgesehen, dass Sternchen es im Falle von Alexandru Maxim besser träfe, ist Luhukay bereits der siebte Trainer beim VfB, der sich – harmlos ausgedrückt – etwas schwer tut mit dem ehemaligen Super-Talent. Es stellt sich die Frage: Was fürchten die Fans gerade eigentlich mehr? Dass mit Maxim der letzte vermeintliche Hochkaräter den Verein verlässt und den letzten Glanz der Beletage mitnimmt? Oder dass er schlicht das verschwenderische Talent ist, das man ihm immer nachsagt zu sein; dass ihm die nötige Professionalität zum Profi fehlt? Gute Idee also, seinen Berater (der gleichzeitig Ex-Sportdirektor des VfB ist) zu Wort kommen zu lassen: “ Ich glaube, wir müssen nicht darüber diskutieren, dass er ins Team gehört“, darf Herbert Briem sagen. Sollte er sogar sagen, es ist sein Job, Fürsprecher seines Klienten zu sein. Und er hat sogar recht: In der zweiten Halbzeit rettete Maxim dem VfB eben jenes Körperteil, von dem eine Boulevard-Zeitung zu glauben meint, an ihm ginge Luhukay die Spieler-Diskussion vorbei. Mit dieser Leistung gehört Maxim in die Aufstellung gegen Düsseldorf, natürlich. Briem darf aber auch noch nachlegen: „Dass ihm die Entscheidung von Jos Luhukay sehr weh getan hat, ist ja auch logisch. Deshalb macht er sich natürlich seine Gedanken.“

Der alte Ärger

Ein Fußballer, der sich Gedanken macht? Super Sache. Kommt heute ungefähr einmal pro Verein vor. Maxim war sich auch sicher, „nichts falsch gemacht“ zu haben. Das wiederum sollte auch in der 2. Liga selbstverständlich sein und keinen Stammplatz garantieren. Könnte es nicht sein, dass Luhukay eben jene Tendenz zum Phlegma erkannt hat, die Maxim angeblich schon so sooft zum Verhängnis wurde in seinen dreieinhalb Jahren beim VfB? Er hat ihm frühzeitig gesagt, dass er gegen St. Pauli nicht von Anfang an spielen werde. Wollte er sehen, was Maxim aus dieser Ansage macht, wie er sich daraufhin im Training verrhält? Muss ein Spieler wirklich wissen, dass er sicher oder fast sicher spielen wird, um sich im Training motivieren zu können? Oder sollte nicht das Gegenteil der Fall sein? Und ist es nicht ein deutlicher Hinweis an den Rest des Kaders – allen voran Überraschungs-Starter Berkay Özcan: Wenn ihr euch den Hintern aufreißt, dann werdet ihr spielen. Und wenn euer Marktwert auf den einschlägigen Portalen 40 Mal kleiner ist, als der des wertvollsten Spieler, interessiert mich das nicht.

Nun könnte man nach St. Pauli auch über andere Dinge sprechen als über den Mann, der zum Matchwinner wurde, nachdem er eingewechselt wurde und aufdrehte – wie so viele vor ihm. Darüber, dass die Abwehr noch immer gleichzeitig Zahn-, Bauch- und Kopfschmerzen bereitet. Darüber, dass 60.000 Leute darauf pfeifen, dass sie sich jetzt 2. Liga am Montag anschauen und dennoch (mit minimalen Ausreißern nach unten) für erstligareife Stimmung sorgen? Eine Stimmung, über die Simon Terodde nach dem Spiel glaubhaft sagt: „Das war für mich wie eine WM oder das Champions-League-Finale, so etwas habe ich in meiner Karriere noch nicht erlebt.“

Es scheint fast, als gefalle man sich in Stuttgart am Ärger und an den Sorgen, an der schlechten Laune. Das Fass, dass Luhukay nun angeblich unnötig aufmacht und damit ein hausgemachtes Problem schaffe, es rottet seit Jahren im VfB-Weinkeller. Maxim kann ein großer Spieler sein – sobald er vor eben jener Kulisse spielt, die Terodde Schnappatmung verleiht. Und wenn er entsprechend getriezt wird. Vielleicht war er sich einfach nur zu sicher: Daniel Didavi ist weg, jetzt steht mir nichts und niemand mehr im Wege für den Stammplatz in der Startelf, auch nicht fehlender Biss und Motivation im Training. Mit Luhukay wird das nicht zu machen sein, Maxim sollte sich beweisen wolle. Beim VfB. Statt zu flüchten.

Die beste 2. Liga aller Zeiten – Saisonvorschau (Teil VI)

Schluss, Aus, Micky-Maus. In 6 Teilen habe ich euch alle 17 Gegner der kommenden VfB-Saison vorgestellt. Dafür habe ich mir Experten-Hilfe ins Boot geholt und Blogger, Podcaster und sonstige Medienmenschen zu ihrem Club und ihrer Einschätzung zum VfB befragt. Zeit, einen Deckel drauf zu machen. Im letzten Teil geht es um Hannover 96 und die Würzburger Kickers.

Wer will schon Leipzig, Hoffenheim oder Ingolstadt, wenn er auch Dresden, Pauli und Düsseldorf haben kann? Bild: Jonas/ www.vfb-bilder.de

Wer will schon Leipzig, Hoffenheim oder Ingolstadt, wenn er auch Hannover oder Würzburg haben kann? Bild: Jonas/ www.vfb-bilder.de

Hannover 96 Hannover 96
16. Spieltag: 9. bis 12. Dezember (H)

Mitglieder: 20.704
Stadion: Niedersachsenstadion (49.000) – Entfernung zum Neckarstadion: 523 Kilometer
Trainer: Daniel Stendel
Platzierung Vorjahr: 18 (1. Liga)
Gesamtmarktwert: 32,80 Mio. Euro
Wertvollster Spieler: Salif Sané (5,00 Mio. Euro)

Das sagen die Experten – Der Taktikblog „Niemals allein“ 

Welche 3 Begriffe kommen euch im Zusammenhang mit dem VfB Stuttgart als erstes in den Sinn?

Brustring, Magisches Dreieck, Mayer-Vorfelder

Was macht Hannover für euch aus, warum seid ihr Fan geworden?

Ach, das sucht man sich ja nicht aus, das ist man. Die Heimat halt. Wir sind aus dem Umkreis von Hannover, das ist einfach unser Verein.

Was sollten VfB-Fans in Hannover unbedingt gesehen haben?

Hannover ist gemeinhin schöner als man denkt. Ich empfehle, vom Bahnhof zum Stadion zu laufen, das ist ein angenehmer Fußweg, bei dem man ein bisschen was von der Stadt sieht. Generell ist natürlich immer der Maschsee eins der Highlights.

Wie lange gibt es euren Blog und wie funktioniert er?

Wir sind ein reiner Taktikblog in der Tradition von Spielverlagerung oder Zonal Marking. Wir haben angefangen, um die Arbeit von Tayfun Korkut zu würdigen, der als Trainer tolle Arbeit geleistet hat. Wir kümmern uns wenig um Gerüchte und Spielberichte und das Vereinsgeschehen, sondern machen nur Taktikanalysen der Spiele, plus ein paar Extra-Artikel zu Themen, die uns auf der Seele liegen.

Wo landet Hannover in der kommenden Saison, welche Rolle wird der VfB eurer Meinung nach spielen?

Ich rechne mit dem direkten Wiederaufstieg des VfB und hoffe, dass wir uns dranhängen können.

Warum seid ihr abgestiegen?

Ohne übertreiben zu wollen: Ich würde sagen, dass die Trainer schuld waren, Schaaf und Frontzeck. Wir haben eine ordentliche Mannschaft, die aber schlecht verstärkt (Almeida!) und taktisch nicht adäquat geführt wurde. Die Ära Schaaf haben wir hier in ganz flockiger Form mal aufgearbeitet: http://www.niemalsallein.de/2016/04/die-kurze-aera-schaaf-bei-96/

Wie hält man Martin Kind eigentlich aus?

Ich habe kein Problem mit Martin Kind. Will nicht sagen, dass unter seiner Führung keine Fehler gemacht wurden, aber die „Kind raus“-Rufe finde ich nicht fair.

Warum wird jetzt alles besser?

Ich mag Daniel Stendel, unseren neuen Trainer. Wir spielen seither einen ganz konsequent gegen den Ball, pressen sauber und stehen gut. Das mag nach wenig klingen, aber vor Stendel fehlte es oft an den Basics. Jetzt sind Stadt und Verein von einer neuen Euphorie erfasst, weil der Daniel ein sympathisches Eigengewächs ist, Spieler aus der eigenen Jugend einsetzt und mit unserer U19 gerade erst den DfB-Pokal gewonnen hat. Hoffen wir, dass das eine Weile trägt.

Ihr kennt vielleicht VfB-Taktisch oder die Spielverlagerung. „Niemals allein“ ist das Hannoveraner Pendant dazu. Ihr erreicht den Taktik-Blog unter http://www.niemalsallein.de/.


Würzburger Kickers Würzburger Kickers
17. Spieltag: 16. bis 19. Dezember (A)

Mitglieder: 1170
Stadion: Flyeralarm-Arena (10.006) – Entfernung zum Neckarstadion: 145 Kilometer
Trainer: Bernd Hollerbach
Platzierung Vorjahr: 3 (3. Liga)
Gesamtmarktwert: 8,90 Mio. Euro
Wertvollster Spieler: Anastasios Lagos (1,00 Mio. Euro)

Das sagen die Experten – die Twitterer @Fernfunker und @Gerlandiola

Welche 3 Begriffe kommen dir im Zusammenhang mit dem VfB Stuttgart als erstes in den Sinn?

@Fernfunker: Tradition, Brustring, Missmanagement

@Gerlandiola: Magisches Dreieck, Karl Allgöwer, Kopfballtor in Leverkusen 1992 (Guido Buchwald Fußballgott)

Was machen die Würzburger Kickers für dich aus, warum bist du Fan geworden?

@Fernfunker: Würzburg beweist, was mit Fleiß und Wille alles möglich ist ohne den großen Geldbeutel zu haben. Der Verein weiß, wie man mit gut gewählten Projekten die regionalen Sponsoren auf sich aufmerksam macht. Fan geworden bin ich durch die regionale Nähe zum Verein. Durch mein Studium wurde Würzburg zudem zu meiner zweiten Heimat. Da wird man schon weit vor den sportlichen erfolgen zum Fan.

@Gerlandiola: Ich bin 2007 nach Würzburg gezogen und habe mir zu der Zeit ab und an Spiele in der Landesliga angesehen, in der die Kickers bis 2012 spielten. In den letzten Jahren fand ich dann immer mehr Gefallen daran „zu Fuß“ zum Stadion laufen zu können, um für wenig Geld tollen Fußball zu sehen. Die Würzburger Kickers sind ein sehr bodenständiger Verein, der es in den letzten Jahren geschafft hat etwas Unbeschreibliches zu schaffen. Es ist gelungen mit wenig Etat und ohne Stars zweimal in Folge aufzusteigen. Bernd Hollerbach hat ein Team geformt, dem es (fast) jedes Wochenende Spaß macht zuzuschauen.

Was sollten VfB-Fans in Würzburg unbedingt gesehen haben?

@Fernfunker: Unbedingt den guten Wein probieren! Am besten einen der zahlreichen Weinfeste besuchen, oder von den Weinbergen aus Würzburg von oben genießen. Ebenso sollte man die Würzburger Residenz, die zahlreichen Kirchen und die Festung nicht außer Acht lassen. Das Highlight sollte jedoch ein Besuch im altehrwürdigen Stadion am Dallenberg in dem noch richtige Fußballlandluft eingeatmet werden kann!

@Gerlandiola: Wer noch nicht hier war sollte auf jeden Fall die Residenz, Festung Marienberg und vielleicht die Alte Mainbrücke sehen. Nach dem Spiel kann man noch gerne in die Sanderstraße auf ein Kaltgetränk gehen, da ist immer etwas geboten. Da wir den VfB kurz vor Weihnachten als Gast begrüßen dürfen, lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt.

Wie bewegst du dich im Netz? Was ist dein Hintergrund und die Verbindung zum Verein?

@Fernfunker: Ich nutze Facebook und Whatsapp um mit meinen Freunden in Kontakt zu sein. Zudem nutze ich Twitter um meine Interessen und meine Gedanken mit Menschen öffentlich zu teilen. Sei es Sport, Fernsehshows oder aktuelle Ereignisse.

@Gerlandiola: Fußball begleitet mich schon mein ganzes Leben, ob aktiv oder passiv. Wie oben beschrieben, bin ich vor einigen Jahren hergezogen und fand relativ schnell gefallen an den Rothosen, die sportlich fast immer im Schatten der Basketballer standen. Es ist toll in so einer relativ kleinen Stadt, mehrere Mannschaften unterschiedlicher Sportarten, im Profibereich zu haben. Das sollte unterstützt werden!

Wo landen die Kickers in der kommenden Saison, welche Rolle wird der VfB deiner Meinung nach spielen?

@Fernfunker: Die Kickers werden jedes Spiel in der 2. Bundesliga genießen und sollten sich nicht durch Zielsetzungen unter Druck setzen. Es wäre der größte Erfolg des Vereins auch in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga spielen zu können. Der VfB Stuttgart muss den Vereinsumbruch erfolgreich bewerkstelligen. Dann haben sie gute Chancen oben mitspielen zu können. Ich glaube auf einen Tabellenplatz im oberen Drittel.

@Gerlandiola: Die Kickers werden durch eine mannschaftliche Geschlossenheit und Ihre Fitness, die schon viele Spiele in der Endphase entschieden hat, die Klasse halten. Ich denke da so an das obere, untere Tabellendrittel. Der VfB wird eine Rolle um den Aufstieg spielen, allerdings muss sich erstmal an die zweite Liga angepasst werden. Dabei sind ja auch schon einige Teams gescheitert.

Der Klassenerhalt wäre KEINE Sensation, weil…

@Fernfunker: …Bernd Hollerbach genau weiß, was zu tun ist. Er ist in der Lage aus einer Mannschaft mit vielen Ab- und Zugängen eine neue Einheit zu bilden. Dass er seinen Vertrag verlängert hat, beweist, dass er an seine Heimat glaubt und sein Ziel in Würzburg noch nicht erreicht ist.

@Gerlandiola: …es EINE Sensation wäre. Im Ernst: Die Kickers werden durch ihr kampfbetontes Spiel und Ihre Fitness ein sehr unangenehmer Gegner für viele Teams und dadurch die nötigen Punkte gegen den Abstieg sammeln.

Bernd Hollerbach passt zu Würzburg, weil…

@Fernfunker: …er genau so bodenständig wie der ganze Verein ist. Gestartet mit einem „Vertrag“, der per Handschlag besiegelt wurde bis hin zur Vertragsverlängerung, obwohl schon finanzstärkere Teams auf ihn geschielt haben.

@Gerlandiola: …Würzburg seine Heimatstadt ist, der er viel zu verdanken hat und der er nun etwas zurückgeben will. Er versteht sowohl die Menschen in der Region, als auch Sponsoren für dieses Projekt zu begeistern. Hollerbach ist der Vater dieses Erfolgs. Er ist der Star des Teams!

Bemerkenswert war das Engagement für den an ALS erkrankten Ex-Trainer Michael Schaudt. Kannst du dazu einige Hintergründe erklären?

@Fernfunker: Ich kann nur sagen, dass es ohne Michael Schaudt den Verein womöglich nicht mehr geben würde. Kurz vor der bevorstehenden Insolvenz übernahm er das Ruder und der Verein kam wieder an das rettende Ufer. Das war der Beginn des großen Würzburger Fußballmärchen und es ist noch kein Ende in Sicht!

Ich empfehle euch dringend – nicht nur, wenn ihr die Kickers aus Würzburg noch nicht kennen solltet – den Herren @Gerlandiola und @Fernfunker zu folgen. Bewegt sie doch zu einem gemeinsamen Blog! 😉